Montag, 13. Februar 2017

Das Reich der sieben Höfe - erster Band

Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen
Sarah J. Maas

Bildquelle

Format: Hardcover

Seiten: 480 Seiten

Preis: 18,95 €

Erscheinungsdatum: 10.03.2017

Verlag: dtv

ISBN: 978-3-423-76163-5

Inhalt: Sie hat ein Leben genommen. Jetzt muss sie mit ihrem Herz dafür bezahlen. 
Die junge Jägerin Feyre wird in das sagenumwobene Reich der Fae entführt. Nichts ist dort, wie es scheint. Sicher ist nur eins: Sie muss einen Weg finden, um ihre Liebe zu retten. Oder ihre ganze Welt ist verloren. (Quelle)

Meine Meinung: Ooookay. Wo fange ich an? Bin noch immer ziemlich aufgewühlt... Am besten wohl beim Anfang. Ja. Also, es gibt wieder das übliche Tralala bei dem die Protagonistin, ihre Familie und ihre Lebenssituation vorgestellt werden und der war nicht schlecht, auch wenn mich Feyre's Familie teilweise echt angekotzt hat, so ignorant und gemein wie die ist. Aber gut. Die Handlung nimmt ihren Lauf und Sarah J. Maas konnte mich trotz kleiner Schwächen verzaubern. Tamlin ist ganz nett, der heiße, blonde Prinz von nebenan halt... und Lucien ist super! Er ist nicht so verklemmt wie sein Freund Tam (dieser Spitzname! ^^), er reißt viele durchaus lustige Witze und scheut auch nicht davor frei seine Meinung jedem zu verkünden, egal ob man sie nun jetzt hören will oder nicht. Feyre ist auch ganz in Ordnung, ein wenig tapsig und langsam im Denken, aber na ja, kann man verkraften. Später versinkt sie im Selbstmitleid und nja... Nicht toll. Definitv keine fire-breathing Bitchqueen.
Das Land Prythian hat mir wirklich gut gefallen und die vielen Anspielungen während der ersten Hälfte an "Die Schöne und das Biest" auch. Nichts zu meckern, gar nicht. Die erste Hälfte habe ich ganz glücklich verschlungen. Verschlungen! Und dann kam Calanmai...

Ich war vorgewarnt, weil die liebe Mareike einen sehr deutlichen und guten Beitrag zum Thema rape culture im Bezug auf ACOTAR geschrieben hat (Achtung Spoiler!) und dem kann ich mich ohne einen weiteren Kommentar anschließen. Obwohl, nein:
Tamlin zu Feyre an Calanmai, nachdem sie nicht mit ihm schlafen will: "Wage es nicht, mir je wieder den Gehorsam zu verweigern." Ich habe hysterisch aufgelacht und mir ist das F-Wort rausgerutscht (passiert mir selten). So. Läuft. Das. Nicht. - Nicht. Mit. Mir.
Aber leider ist es gar nicht besser geworden. Nein, schlimmer. Feyre gibt sich ihm hin und beide versinken zwischen Knurren und Beißen. Wie wilde die Tiere die hungrig übereinander herfallen, hat gar nichts mehr mit Liebe zu tun, nur noch Lust. Okay, kann ich mit leben. Aber das ganze Geknurre und Gebeiße empfinde ich ganz und gar nicht als "erotisch", "toll" oder sonst was... einfach nur lächerlich, albern und peinlich. - Bitte klärt mich auf! Knurrt man wirklich beim Sex? Ich stelle mir das so abartig vor... Aber gut, jedem das seine. Und es passiert stänig in Büchern und da nimmt man es ja mit der Wahrheit und wie realistisch etwas ist, in der Regel nicht so genau. Aber, dennoch...

Dann muss sich Feyre dem Fluch stellen und mir wird leider, leider klar, Rhysand ist nicht annähernd so toll und sexy wie ich ihn mir vorgestellt habe. Noch ein arrogantes Arschloch, das Feyre ziemlich krass demütigt! Uah! Aber die blöde Pute macht halt mit, kann noch nicht mal ihr Köpfchen anstrengen. Denn das Rätsel war pippifax. Ich wusste die Lösung und ja, sie war richtig. Ungelogen. - Und überhaupt, Rhysand und Tamlin... boar! Sie behandeln Feyre wie ein Sexobjekt, ein Spielzeug, ist ja nur ein Mensch, keine Fae und charmante heiße Typen mit Sixpack sind ja sooooo toll *würg*, findet Feyre übrigens auch. Rhysand macht sich an sie ran, sie findet es eigentlich nicht so geil, aber er ist ja so stark und später erinnert sie sich an seine "sanfte" Zunge in ihrem Mund. Bah! - Und hier zwei ganz tolle Sätze zur Antagonistin von Reading with Vengeance: "Aaaaaaand then Amarantha goes into a wild, flailing rage screaming about how Feyre doesn’t really love him and all humans are garbage, etc, etc. (...) She loses her temper like a 3 year-old throwing a tantrum and all I can do is yawn."
Nesta, die mich wirklich positiv überrascht hat und Lucien, der ganz lustig ist, sind meine liebsten Charaktere und die einzigen die meine Kritik überlebt haben.

Und das einzige was mich jetzt noch auf den nächsten Band neugierig macht, sind die Versprechungen der anderen und Rhysands Blick, als er und Feyre sich voneinander verabschieden, er die Augen weit auffreißt, als ob ihm gerade ein Licht aufgegeangen ist und ehe Feyre richtig nachfragen kann, ist er schon verschwunden. Hat er in ihr seine Seelengefährtin erkannt, jetzt wo sie eine Fae ist? Oder dass sie etwas "ganz besonderes" ist, vielleicht noch irgendetwas mit einer uralten Legende oder Prophezeiung? Oder hat es letztendlich nichts mit Feyre zu tun und ihm ist gerade eingefallen, dass er zuhause den Herd angelassen hat?

Fazit: Gnädige drei Sterne. Für zwei Sterne, hat mir die erste Hälfte halt doch noch zu gut gefallen. Wer sich an meinen Kritikpunkten nicht stört, der soll es mit Freude lesen. An alle anderen: Finger weg! Lest Throne of Glass! Viiiieeeel besser! Ich vermisse die selbsbewusste, schlagfertige Celaena und ihren Rowan! Seuftz. Der zweite Band soll besser sein. Das hoffe ich. Wirklich. - Und sorry, falls ich zu böse war, ich habe das Buch eben erst beendet und wer mich kennt, ich bin direkt und mag mich nicht immer zurück halten.

Weitere Rezensionen zu "Dornen und Rosen":
Mareike von Die Bücherkrähe
Philip von Book Walk
Anna von Ink of Books
Kati von Zeit zu lesen

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